Eingabehilfen öffnen

Gehören wir dazu? 2021

2. Elternforum Zentralschweiz vom 18.09.2021 in Luzern

Eltern von Kindern mit einer Behinderung gehören dazu
Vergangenen Samstag trafen sich 100 Eltern in Luzern oder auch zu Hause vor ihrem Bildschirm zum zweiten Elternforum Zentralschweiz. Das Thema der diesjährigen Ausgabe war «Gehören wir dazu?». Nach einem berührenden Impulsreferat von Ann-Christin Plate aus Berlin, leitete Regula Späni die Podiumsdiskussion mit spannenden Gästen bestehend aus Eltern, Geschwister und Menschen mit einer Behinderung.

Anne-Christin Plate, Mutter eines Jungen mit Down-Syndrom, wählte die Kunst als Bewältigungsstrategie. Ihr Film «IKTAMULI» zeigt all die Gefühle wie Freude, Glück, Selbstmitleid, Wut, Trauer mit Zeichnungen und Sprache. Sie realisierte diesen Film für sich aber auch alle Eltern mit einem Kind mit Behinderung. Ihr Referat war ein stimmiger Einstieg in die Frage im Raum «Gehören wir dazu?»
Auf dem Podium sassen

     

      • Sara Satir, Mutter eines Jungen mit Autismus und cerebraler Bewegungsstörung

      • Reto Pabst, Vater eines Jungen mit Mehrfachbehinderung

      • Erhard Widmer, Vater eines Jungen mit Sehbeeinträchtigung und Mehrfachbehinderung

      • Harriet Bucher, Schwester einer Jugendlichen mit Cerebralparese

      • Tabea Peyer Wüthrich, Schwester eins Mädchens mit Trisomie 21

      • Ursulina Hermann, Mutter im Rollstuhl

      • Jahn Graf, Moderator Paralympics 2020, Youtuber mit Cerebralparese

    «Wir Eltern sind Experte im Leben unseres Kindes. Ich wünschte mir, dass wir auch von Fachpersonen, Ärzt:innen, Therapeut:innen als diese wahrgenommen werden».
    Erhard Widmer, Vater über die Haltung von aussen

    «Wenn Menschen im Rollstuhl an gewisse Plätze nicht hingehen können, fehlt auch das Bewusstsein, dass es schwierig ist diesen Ort zu erreichen. Wir sind schlichtweg nicht sichtbar».
    Harriet Bucher, Schwester, studiert Raumplanung an der ETH Zürich

    «Ein Grossteil der Behinderungen werden im Verlauf des Lebens erworben. Behinderung geht uns alle etwas an».
    Sara Satir, Mutter und Coach

    Zum Abschluss fragt Regula Späni Jahn Graf, ob wir um die Rechte lauter fordern sollten statt höflich zu bitten. Er entgegnet, immer mit erhobenen Zeigefinder durch die Gegend zu gehen, sei anstrengend. Da bekomme man den Krampf. Vielmehr brauche es wohl ein gesundes Mittelmass. Aber, die Gesellschaft bewege sich nicht, wenn wir nicht sichtbar sind.
    Beim anschliessenden Apéro riche nutzten die Eltern vor Ort die Gelegenheit sich auszutauschen. Nicht allein zu sein mit seinen Themen, Sorgen und Ängste, dies tue gut. So viele Stimmen. Ja, wir gehören dazu.

    Livestream 2. Elternforum Zentralschweiz: https://youtu.be/wTl3D0cPEXM